27. Januar 2020

Einrichtung eines ad hoc-Netzwerks unter Windows 10

Einfaches Problem – komplizierte Lösung. Windows 10 macht es schwer, zwei Computer ohne ein bereits bestehendes Netzwerk direkt zu verbinden. Das ist eigentlich schade, denn der Anwendungsfall ist durchaus gängig. Zur kurzen Beschreibung einer Funktion, die noch da ist – aber versteckt.

von Winfried Hyronimus
None

Die Funk­ti­on zur Ein­rich­tung ei­nes ad hoc-Draht­los­netz­werks wur­de in Win­dows 10 aus den Menüs ent­fernt. Trotz­dem kann ein sol­ches Netz­werk mit den fol­gen­den Schrit­ten ein­ge­rich­tet wer­den:

  1. Klicken Sie links unten auf den Start-Button oder drücken Sie die Windows-Taste.
  2. Wählen Sie Ein­ga­be­auf­for­de­rung mit einem Rechtsklick aus, und klicken Sie auf „Als Administrator ausführen“. Die bekannte Kommandozeile öffnet sich.
  3. Mit der folgenden Eingabe kann die Un­ter­stüt­zung von vir­tua­li­sier­ten Netz­wer­ken sei­tens Ih­res Netz­werka­d­ap­ters über­prüft wer­den:
    netsh wlan show drivers.
    Wird diese verneint (In der deutschen Version ist dies ersichtlich aus dem Parameter „
    Un­ter­stütz­te ge­hos­te­te Netz­wer­ke“), wird die Einrichtung eines ad hoc-Netzwerks hardwareseitig nicht unterstützt.
  4. Mit dem folgenden Befehl lässt sich nun das ad hoc-Draht­los­netz­werk ein­rich­ten:
    netsh wlan set hostednetwork mode=allow ssid=NETZWERKNAME key=PASSWORT
    Die Bezeichnungen NETZWERKNAME und PASSWORT müssen dabei durch entsprechende eigene Eingaben ersetzt werden.
  5. Nach der Einrichtung lässt sich das Netzwerk mit dem folgenden Befehl star­ten:
    netsh wlan start hosted network
    An­de­re Nut­zer soll­ten das Netz­werk nun un­ter dem an­ge­ge­be­nen Na­men se­hen und sich mit dem ent­spre­chen­den Pass­wort ver­bin­den kön­nen.
  6. Soll ei­ne vor­han­de­ne In­ter­net­ver­bin­dung durch das ad hoc-Draht­los­netz­werk ge­teilt wer­den, öff­nen Sie nun das Netz­werk- und Frei­ga­be­cen­ter. Kli­cken Sie dort links auf „Ad­ap­ter­ein­stel­lun­gen än­dern“. Die Über­sicht der Netz­werk­ver­bin­dun­gen wird ge­öff­net. Kli­cken Sie rechts auf die­je­ni­ge Netz­werk­ver­bin­dung, die mo­men­tan mit dem In­ter­net ver­bun­den ist, und wäh­len Sie „Ei­gen­schaf­ten“. Un­ter dem Punkt „Frei­ga­be“ kann die In­ter­net­ver­bin­dung frei­ge­schal­tet wer­den.

Zwei Stan­dard­be­feh­le, die bei Pro­ble­men mit kurz­fris­tig her­ge­stell­ten Netz­werk­ver­bin­dun­gen hilf­reich sein kön­nen:

ipconfig

Gibt In­for­ma­tio­nen über die Kon­fi­gu­ra­ti­on der ak­tu­ell ver­wen­de­ten Netz­werk-Hard­wa­re wie ein­ge­stell­te oder per DH­CP emp­fan­ge­ne IP-Adres­se, ein­ge­stell­ter Ga­te­way etc. in kom­pak­ter Form aus. Durch die Ein­ga­be ipconfig /all er­folgt ei­ne voll­stän­di­ge An­zei­ge.

arp

ARP steht für Ad­dress Re­so­lu­ti­on Pro­to­col. Wir ver­wen­den die­sen Be­fehl zur An­zei­ge der Über­set­zungs­ta­bel­len für IP-Adres­sen so­wie phy­si­sche Adres­sen. Gän­gig ist die Ver­wen­dung arp -a, die ei­ne Lis­te der im Netz­werk er­kann­ten Adres­sen aus­gibt. Wenn ein Ein­trag fehlt der ei­gent­lich da sein soll­te, muss die Ver­bin­dung des ent­spre­chen­den Rech­ners ge­prüft wer­den. Der Be­fehl arp kann noch ei­ni­ges mehr, sei­nen voll­stän­di­gen Funk­ti­ons­um­fang ver­rät er frei­wil­lig bei Ein­ga­be oh­ne Pa­ra­me­ter.

Schlagwörter:

Kommentare

blog comments powered by Disqus